Warum Teambuilding für die Teamentwicklung wichtig ist

Neulich beim Fußballabend: Zwei Teams spielen gegeneinander. Die Spieler des einen Teams haben am Ball eine außergewöhnliche individuelle Klasse.Viele Dribblings und tolle Tricks. Klasse anzusehen. Gewonnen hat aber das andere Team.

Warum?

Trotz der genialen Ballbeherrschung kamen viele Pässe nicht an, Mitspieler sind ins Leere gelaufen und die Verteidigung war schlecht abgestimmt. Kurz: Das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Akteuren war nicht besonders gut.

Ganz anders beim Gegner: Keiner der Einzelspieler hatte überragende Situationen, aber die Pass- und Laufwege haben gestimmt und man hatte das Gefühl, alle kämpfen für den gemeinsamen Erfolg.

Was das ganz mit unserem Thema zu tun hat? Mir ist dabei mal wieder wie Schuppen von den Augen gefallen, wie wichtig gute Zusammenarbeit für den Erfolg von Unternehmen ist. Oder, um es mit Michael Jordans Worten auszudrücken:

Talent gewinnt Spiele. Aber Intelligenz und Teamwork gewinnen Meisterschaften.

Michael Jordan

Reibungsverluste an „Schnittstellen“ sind in fast jedem Team zu finden

Genau wie beim Fußball ist das Zusammenspiel in Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Läuft es hier nicht rund, ist der Erfolg der Mission gefährdet. Die Zuarbeit von A entspricht nicht den Anforderungen von B, A weiß allerdings gar nicht, was B genau braucht, weil der in einem anderen Gebäude sitzt. Zusätzlich arbeitet C auch noch B zu. C und A wissen allerdings gar nicht so ganz genau, was der jeweils andere so tut.
Kommt Ihnen bekannt vor und klingt gleichzeitig kompliziert? Und vor allem was tun?

Solche und ähnliche Reibungspunkte sind in Unternehmen eher die Regel als die Ausnahme.
Allerdings heißt das, dass durch diese Reibungsverluste Produktivität verloren geht. Dem gilt es also entgegen zu steuern. Hier kann für ein Team statt einem normalen Meeting, in dem es um die Arbeit „im Job“ geht, ein Teambuilding-Meeting außerhalb der regulären Räumlichkeiten helfen, um einmal „am Job“, also dem „wie“ der Zusammenarbeit zu schrauben.

Klare Rollen und Aufgaben: Was Teams von der Fußball Bundesliga lernen können

Eine der wesentlichen Voraussetzungen für erfolgreiche Zusammenarbeit sind folgende Faktoren:

  • #1 Alle müssen die eigene Rolle und die der Kollegen kennen
  • #2 Jeder muss wissen, welche Aufgaben mit welcher Rolle verbunden sind
  • #3 Die jeweiligen Rollen müssen in der Lage sein, die verbundenen Aufgaben auszuführen.

Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn in einer Bundesligamannschaft keine klaren Rollen verteilt wären. So würden Stürmer, Mittelfeldspieler, Verteidiger und Torwart vollkommen ohne Plan auf dem Feld herum stolpern. Lauf- und Passwege sowie die Verteilung der Zuständigkeiten wäre absolut unklar.

Und genau so passiert es in Teams oder Abteilungen, wenn Rollen und Aufgaben nicht klar in den Köpfen der Mitarbeiter verankert sind.

Fussballmannschaften haben gegenüber Unternehmen allerdings einen entscheidenden Vorteil: Spiele, in denen es wirklich zählt, finden nur am Wochenende statt. Die übrige Zeit unter der Woche steht für das Training zur Verfügung. Und so wird auch ein großer Teil der Trainingszeit in das Verfeinern der Zusammenarbeit investiert.

Im Unternehmen dagegen kommt es jeden Tag auf gute Ergebnisse an und Zeit für Training ist eher selten. Dementsprechend wichtig sind regelmäßige Auszeiten, in denen die Zusammenarbeit des Teams in den Mittelpunkt gerückt wird.

Was genau tut man bei der Arbeit „Am Job“ statt „im Job“ ?

  • #1 Kommunikation verbessern
  • #2 Die Teamrollen zu schärfen
  • #3 Lösungen für Probleme zu finden
  • #4 Konflikte anzusprechen und lösen
  • #5 Perspektivwechsel zu ermöglichen, um Verständnis für die Rollen, Aufgaben und damit einhergehender Schwierigkeiten der anderen Teamitglieder zu ermöglichen.

#1 Kommunikation verbessern

Damit ist nicht unbedingt gemeint, mehr zu kommunizieren. Denn: Wir kommunizieren heute mehr als jemals zuvor. Denken Sie nur an Ihren Email Eingang. Die Frage ist nur, wie bekommt jeder die Informationen, die er im Moment benötigt? Und ist dazu gleich immer der „Weltverteiler“ beim Email-schicken notwendig?
Abbildung: 270Milliarden Emails werden pro Jahr verschickt, das sind 2 Milliarden pro Tag. (Quelle: statista)
Es geht also nicht darum mehr zu kommunizieren, sondern vor allem zielgerichtet. Und was das bedeutet, ist in jedem Team individuell unterschiedlich. Es lässt sich aber hervorragend mit Hilfe von erlebnisorientierten Übungen herausfinden, die auf stark vereinfachte Weise dem Arbeitsalltag ähnliche Verhaltensmuster zutage fördern und dadurch einen guten Einstieg in das Gespräch über die Kommunikation liefern. Ideen dazu erhalten Sie in unseren 27 Teambuilding Ideen für 2017!

#2 Die Teamrollen schärfen

Rollen sind dazu da gelebt und ausgefüllt zu werden. Es bietet sich an, dass jeder die Rolle übernimmt, die am besten zu ihm und seiner Persönlichkeit passt. Menschen die gerne mit Zahlen in Exceltabellen jonglieren und etwas introvertierter sind, eignen sich beispielsweise nur bedingt als Verkaufsgenies in der Kaltacquise. Trotzdem benötigt jedes Team beide Typen: Den Verkäufer und den, der sich mit den Zahlen auskennt.
Was passiert wenn jemand mit für die Rolle unpassenden Eigenschaften ausgestattet ist? Überlegen Sie, was passiert, wenn ein Torwart auf einmal im Sturm spielen soll…
Er/Sie wird sich dabei nicht sonderlich wohlfühlen, eventuell mit der Zeit lernen und unter Umständen kann er durch das Team unterstützt werden. Auf der anderen Seite mag es auch sein, dass er/sie mit der Rolle überfordert ist und das Team dadurch gebremst wird.
Um sicherzustellen, dass jeder die passenden Aufgaben hat, kann ein Teambuilding Seminar genutzt werden, um herauszufinden, wer welche Rolle/Aufgaben am besten ausfüllen kann.
Hier wird auch deutlich, dass ein Team idealerweise aus unterschiedlichen Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Talenten zusammengesetzt ist.
Tests dazu gibt es einige, beispielsweise Belbin-Teamrollen

#3 Lösungen für Probleme finden:

Eine Teambuilding Veranstaltung gewinnt besonders an Wert, wenn die Zeit genutzt wird, Probleme zu bearbeiten und zu lösen, die dem Team die Arbeit erschweren oder die Effektivität hemmen. Um sich nicht an Dingen abzuarbeiten, die nicht in der eigenen Hand liegen, lohnt es sich zu unterscheiden ob die Lösung:
a. im eigenen Einflussbereich liegt
b. In Zusammenarbeit mit anderen beeinflussbar ist
c. Außerhalb des Einflussbereiches liegt

Es empfiehlt sich, Zeit und Ressourcen auf die Bereiche a) und b) zu konzentrieren. Hier gilt es vor allem solche Lösungen zu identifizieren, die

  1.  das Problem effektiv lösen
  2.  möglichst wenig Arbeit und Veränderung verlangen

Das können manchmal recht triviale Dinge sein, die jedoch eine große Wirkung haben.

#4 Konflikte ansprechen und lösen

Nicht der einfachste Part. Im Teambuilding kommen erlebnisorientierte Übungen zum Einsatz, welche dafür sorgen, dass die Teammitglieder ähnliche Verhaltensweisen wie im beruflichen Alltag an den Tag legen. So treten auch die gleichen Konflikte auf. Im Alltag ist normalerweise nicht genügend Zeit und Muse vorhanden, um diese ausführlich zu bearbeiten.
Teambuilding Seminare bieten unter fachkundiger Anleitung dagegen Zeit und Raum, um Konflikte näher zu beleuchten und als Motor für die weitere Teamentwicklung zu nutzen.
Dabei werden Konflikte nicht negativ bewertet. Im Gegenteil: Ohne Konflikte und Probleme würde keinerlei Fortschritt entstehen.

#5 Perspektivwechsel ermöglichen

Nicht zuletzt bieten Teambuildings hervorragende Möglichkeiten zum Perspektivwechsel! Damit ist gemeint, die Welt von Zeit zu Zeit mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Eine Teamveranstaltung bietet den perfekten Rahmen spielerisch und ohne „mahnenden Zeigefinger“ mal aus der Sicht der anderen auf die Dinge zu schauen. So können Mitarbeiter mal in die Rolle der Führungskraft schlüpfen und umgekehrt.
Was sich meistens dabei zeigt: Keiner meint es böse und eigentlich versucht jeder seinen Job so gut wie möglich zu erledigen: Der Chef hat neben der Führung seiner Mitarbeiter noch viele weitere Dinge zu tun, die ihm die Zeit rauben: Reporting nach oben, Projektmeetings und das große Ganze im Überblick behalten. Dabei kann es passieren, dass er in der Hektik nicht immer ein so offenes Ohr für die Belange seiner Mitarbeiter hat, wie die es gerne hätten.
Ein Perspektivwechsel öffnet dabei häufig die Augen, warum das so ist.

Wann macht Teambuilding Sinn & welche Funktionen erfüllt Teambuilding?

#1 Teamfindung: Neue Teams schnell arbeitsfähig machen
#2 Bestehende Teams stärken.
#3 Seminare, Tagungen und Konferenzen auflockern
#4 Teams belohnen
#5 Mitarbeiter binden durch langfristig angelegte Teamentwicklung

#1 Teamfindung: Neue Teams schnell arbeitsfähig machen

Neu zusammen gestellte Gruppen durchlaufen verschiedene Phasen der Teamentwicklung, die in den meisten Fällen aufeinander folgen. Dabei kann es passieren, dass eine Gruppe eine Phase wiederholt durchläuft oder aber dass eine Phase sehr schnell abgeschlossen wird.
Teambuilding kann in neuen Teams vor allem dazu beitragen, dass die erste Phase, die Kennenlernphase, sehr schnell durchlaufen wird. Was am Schreibtisch unter Umständen Tage bis Wochen in Anspruch nehmen würde, dauert mit einem erlebnisreichen Teambuilding nur wenige Stunden bis Tage.
Und das bringt Sie der Performancephase schnell einen Schritt näher. Mehr zu den Phasen der Teamentwicklung finden Sie hier.

#2 Bestehende Teams stärken

Hier geht es darum – wie oben beschrieben – bestehenden Teams die Möglichkeit des „Trainings“ einzuräumen. Einem Zeitraum, der für die Arbeit am Job statt im Job genutzt wird. Siehe auch West (1994)

#3 Seminare, Tagungen und Konferenzen auflockern

Ein nicht zu unterschätzender Faktor für den Erfolg von größeren Events wie Tagungen und Konferenzen sind Pausen, die Kennenlernen, Networking & Socializing der Teilnehmer untereinander ermöglichen. Ein erlebnisorientiertes (Rahmen-)programm ist der ideale Beschleuniger für Kennenlernen, Austausch und Networking.

#4 Teams belohnen & Erfolge feiern

Wir Deutschen sind im Rest der Welt eher als akkurate Biedermänner bekannt. Weniger für unseren ausgeprägten Hang zum Feiern. Umso wichtiger, dass man sich die Zeit nimmt, gemeinsame Erfolge gebührend zu feiern.
Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und ein Teamevent mit Spaßcharakter und anschließendem gemütlichen Beisammensein daraus machen. So stehen das gemeinsame Erlebnis und die Rekapitulation der geleisteten Arbeit im Vordergrund.

#5 Mitarbeiter an das Unternehmen binden

Hierzu ist mehr notwendig als ein lustiges Teamevent alle zwei Jahre. Um Mitarbeiter langfristig zu binden, bedarf es einer kontinuierlichen Entwicklung mit regelmäßigen Veranstaltungen und daraus resultierenden Ergebnissen. Passiert das nicht und bleiben Probleme ungelöst, leidet die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Auf lange Sicht werden sie sich nach besseren Arbeitsbedingungen umsehen.

Wie kann man das alles in der Praxis umsetzten?

Okay, sie haben sich soweit durch den Text gequält, hier stellen wir Ihnen noch kurz vor, welche Möglichkeiten es gibt, sich als Team eine Auszeit zu nehmen:

  • #1 Teambuilding-Event: Gemeinsame Erlebnisse nutzen, um ins Gespräch zu kommen
  • #2 Team-Workshop: Gemeinsame Arbeit an speziellen Themen (Zukunftsworkshop, Strategieworkshop)
  • #3 Klausurtagung / Offsite: Verbindung von Teambuilding mit der Arbeit an Themen, die entweder während des Teambuildings entstehen oder vom Team bereits im Vorfeld der Veranstaltung eingebracht werden
  • #4 Regelmäßige Follow-Up-Termine: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer es schafft, den Fortschritt der Ergebnisse der Veranstaltungen #1-#3 regelmäßig einem kritischen Check zu unterziehen und gegebenenfalls weitere Schritte zu unternehmen, schafft es, dass seine Mitarbeiter solchen Veranstaltungen positiv gegenüber stehen und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung offen begegnen.

Ich hoffe, der Beitrag konnte zeigen, warum Teambuilding Veranstaltungen abseits des Alltages Sinn machen! Beherzigt man die oben genannten Punkte für das Teambuilding der eigenen Mannschaft, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Veranstaltung ein Erfolg wird.
Was sind Ihre Erfahrungen mit der Teamentwicklung? Lassen Sie uns gerne in den Kommentaren teilhaben!

 

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