Wie Sie effektive Teamarbeit fördern – Die ultimative Zusammenstellung

Andreas

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass die Zusammenarbeit in Ihrem Team noch nicht so richtig effektiv ist? Dass manchmal kleine Konflikte, Unklarheit oder fehlende Informationen einem optimalen Ergebnis im Weg stehen? Keine Sorge! Sie sind nicht allein! Und: Es ist Land in Sicht!
Häufig können die Forschungsergebnisse von Harvard Professor J. Richard Hackman und anderen Wissenschaftlern zu erfolgreicher Teamarbeit Abhilfe schaffen!

Prof. Hackman hat einige bemerkenswerte Untersuchungen zur Funktionsweise von Teams angestellt und seine Erkenntnisse in einem Buch zusammengefasst

Team- und damit Zusammenarbeit sind aus heutigen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Nicht selten agieren Teams sogar über verschiedene Standorte oder sogar Länder hinweg.

Das erfordert Absprachen, aktives Mitdenken, klare Ziele, eindeutige Rollen und Aufgaben und wenn es daran fehlt, leiden Produktivität und Effektivität.

Die Frage ist also erlaubt: Wie kann man in seiner Mannschaft erfolgreiche Teamarbeit fördern? Und lohnt sich das überhaupt?

Prof. Hackman beginnt eines seiner Bücher mit folgendem Quiz, hier verkürzt dargestellt:

Wenn Menschen zusammen arbeiten, um eine Aufgabe zu erledigen, zum Beispiel ein Haus bauen, wird die Aufgabe:

  • schneller erledigt
  • langsamer erledigt
  • nie erledigt?

Und während Alternative a) in dem Test die offensichtlich richtige ist, kommt man, wenn man genauer über die eigenen Erfahrungen reflektiert zu einem Zwiespalt. Antwort a) sollte die Richtige sein, denn auf dem Papier haben Teams alle Vorteile gegenüber alleine arbeitenden Individuen und sind in der Lage außergewöhnliches zu leisten.

So wie dieses Team im Video: 20 Personen die ein gemeinsamer Arbeit innerhalb von knapp 3 Sekunden vier Räder eines Formel-1-Wagens wechseln.

Auf der anderen Seite kann man diese außergewöhnlichen Leistungen in Teams nur selten beobachten. Oft stellt es sich eher folgendermaßen dar:

Nun stellt Sie sich natürlich die Frage, wie es in Ihrem Team aussieht und welche Art Teamarbeit Sie denn gerne hätten? Präzise, effektiv und ohne Hektik wie im ersten Video (Dauer der Arbeit: ca. 3s) oder hektisch, ineffektiv und gestresst wie im zweiten (Dauer: Über 20s)?

Ich denke die Antwort liegt auf der Hand?

Was lässt sich also tun, damit Ihr Team so eine Performance hinlegt wie die Boxencrew im ersten Video?

Je mehr der unten aufgeführten Punkte Sie also abhaken können, desto höher die Wahrscheinlichkeit dass die Teamperformance und damit Produktivität und Effektivität in Ihrem Team zunehmen.

Sie haben immer noch nicht den Mut verloren? Na dann, los geht´s!

Inhaltsübersicht
Ziele mit Anziehungskraft
starke Struktur und Organisation
Die richtige Zusammensetzung – Rollen und Aufgaben
Unterschiedlichkeit als Stärke
Ein unterstützender Kontext
Zugang zu Informationen
Arbeitsumgebung
Regelmäßiges Feedback
Fehlerkultur
Teambuilding
geeignete Tools fürs Teamwork

Ziele mit Anziehungskraft für hervorragende Ergebnisse

In unserer täglichen Arbeit treffen wir immer wieder auf Teams, Arbeitsgruppen und Projekte, die mit keinen oder sehr diffusen Zielen arbeiten müssen. Dabei kommt es vor, dass ein nicht sehr präzise formuliertes Ziel zu unterschiedlichen Interpretationen führt.

Beispielsweise kann das Ziel „Dem Kunden den besten Service bieten“ für einige Mitarbeiter bedeuten, dem Kunden genau den Service zu bieten, den er erwartet, während es für andere bedeutet, auch noch die berühmte „Extrameile“ zu gehen und dem Kunden sogar ein wenig mehr zu bieten, als er erwartet.

Bleiben solche Kleinigkeiten ungeklärt, entsteht Raum für Spekulation und Unsicherheit und das wiederum führt dazu, dass die Arbeit nicht in der zur Verfügung stehenden Zeit erledigt wird, Unstimmigkeiten entstehen und die Ziele nur zum Teil erreicht werden.

Um herauszufinden, wie klar Ihre Ziele in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter verankert sind, machen Sie doch einmal den Test: Lassen Sie Ihre Mannschaft das Teamziel auf drei laut aussprechen. Natürlich ohne sich vorher abgestimmt zu haben. Im Idealfall entsteht ein wunderschön synchroner Singsang. Hören Sie ein babylonisch anmutendes Stimmenwirrwarr, ist es Zeit, das Ziel noch einmal deutlich zu formulieren.

Mehr Informationen zu dem Thema Ziele in der Teamarbeit finden Sie in diesem Beitrag.

Die Umsetzung

Formulieren Sie das Ziel so, dass es für die Teammitglieder Bedeutung und im besten Fall sogar eine gewisse Anziehungskraft hat, inspirierend oder motivierend ist.
Dabei ist es wichtig das Ziel so formulieren, dass es genau für Ihr Team „zieht“. Und da mag die Formulierung je nach Zusammensetzung schon einmal variieren.

Wichtig bei der Formulierung ist, dass das Erreichen des Ziels auf der einen Seite nicht selbstverständlich ist, andererseits aber auch nicht unerreichbar scheint. Sonst droht die Gefahr von Bore- oder Burnout. Wie in der Grafik dargestellt geht es darum, die Herausforderung den Fähigkeiten des Teams anzupassen.

Ein Beispiel für ein Ziel, welches das Team nicht zu außergewöhnlichen Leistungen inspiriert ist das vieler Behörden: Statt als Ziel zu formulieren, dem Bürger möglichst reibungslose Behördengänge zu ermöglichen sind in vielen Verwaltungen einfach gewisse KPIs zu erfüllen. Beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Vorgängen pro Stunde abzuschließen.

Das haben Sie davon:

Starke Ziele mit einer gewissen Strahlkraft, die an die Motive appelieren, die die Mitarbeiter sowieso schon in sich tragen, tragen dazu bei, dem Team die Richtung vorzugeben und sorgen dafür, dass die gemeinsamen Anstrengungen in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
Schauen wir also, was uns Prof. Hackmann als nächstes ins Poesiealbum geschrieben hat:

2 – Starke Struktur und Organisation fördern die Teamarbeit

Stellen Sie sich vor, die hoch bezahlten und hoch motivierten Fußballer des FC Bayern würden ohne Aufstellung und Taktik spielen.

Zwar sind alle immer noch hochtalentiert am Ball, aber ohne die ordnende Struktur würde ein wildes Chaos ausbrechen: Abstimmungen müssten im laufenden Spiel stets aufs neue vorgenommen werden, Lärm- und Stresspegel würden steigen und trotz deutlich höherer körperlicher Anstrengung der Spieler stünden einige Niederlagen mehr auf dem Konto als im es tatsächlich der Fall ist.

An dem (etwas weit hergeholten) Beispiel wird deutlich, dass motivierte und talentierte Mitarbeiter sowie definierte Ziele alleine nicht ausreichen, um großartige Erfolge zu erzielen.

Spitzenteams brauchen neben der richtigen Anzahl und Mischung von Mitgliedern gut funktionierende Prozesse, verlässliche Strukturen sowie eine den Fähigkeiten angepasste Rollen- und Aufgabenverteilung.

Jeder muss wissen, was wann zu tun ist, wo sein Aufgabenbereich beginnt und endet. Und jeder muss sich bis zum Endergebnis für den Prozess verantwortlich fühlen.

Umsetzung:

Dafür reicht ein Organigramm auf einer Powerpoint-Folie, das in einem Ordner auf dem SharePoint liegt, leider nicht aus. Vielmehr muss die die Organisation im Team täglich gelebt werden, auch wenn das manchmal bedeutet, Abkürzungen wegzulassen. Und vorgelebt bedeutet von oben.

Was Sie davon haben:

Ihre Mitarbeiter müssen nicht jedes Mal neu nachdenken, wer was wie erledigt, sondern können die Aufgaben direkt dem Richtigen zuordnen und wissen, wie die eigenen Aufgaben erledigt werden müssen.
Die so gewonnenen Ressourcen können in die Erledigung der Arbeit fließen.

2.1 – Die richtige Zusammensetzung: Rollen- und Aufgabenverteilung

In meinem Freundeskreis gibt es jemanden, der sehr kreativ, begeisternd und stets gut gelaunt ist. Perfekt für seinen Job: Im Umgang mit Gruppen großartig, begeistert er seine Seminarteilnehmer regelmäßig.

Auf der anderen Seite gehört zu seinen Aufgaben auch die Pflege von Excel-Listen, Abrechnungen und Dokumentation. Raten Sie mal, welcher Teil seiner Arbeit bei Kollegen und Vorgesetzten immer wieder kritische Töne hervorbringt…

Häufig haben die Menschen weit mehr Talente und Fähigkeiten als in ihrer Arbeitsplatzbeschreibung und ihren formalen Qualifikationen aufgeführt. Wie damit umgehen? An der Beschreibung festhalten, oder sie ihren Fähigkeiten entsprechend einsetzen?

Erfahrungsgemäß plädiere ich für letzteres:
Identifizieren Sie Interessen und Fähigkeiten setzen Sie Ihre Mitarbeiter dementsprechend ein. Für ein Spitzenteam ist es nicht nötig, dass jeder auf alles spezialisiert ist, sondern nur, dass alle Roten und Aufgaben bearbeitet werden.

Auf Dauer bringen wir nur dann gute Leistung, wenn wir das tun, was wir gerne tun und was uns liegt, sprich, bei Dingen, bei denen wir belastbare Ergebnisse erzielen.

Forschungsergebnisse haben zudem gezeigt, dass sowohl die Teamgröße als auch die Zusammensetzung von Bedeutung sind.

So gilt die Zahl Sieben als eine gute Größe, mit der ein Team noch gut zu führen und zu managen ist. Die Forschung von Salat et al. zeigen, dass es zudem noch darauf ankommt, dass die Kompetenz der einzelnen Teammitglieder nicht zu sehr voneinander abweicht und dass die Mitglieder grundsätzlich zur Kooperation bereit sind.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Umsetzung:

Um herauszufinden, was das ist, können Sie sich entweder auf Ihre Intuition und Gespräche verlassen oder Sie gehen etwas strukturierter vor, indem Sie mit Ihrem Team einen spannenden Test durchführen, der viel Klarheit weit über das berufliche hinaus birgt. Dazu bieten sich beispielsweise Tests wie DISG / Biostrukturanalyse oder Belbin an.

Das entbindet nicht davon, auf Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen oder sich der Gesamtverantwortung zu entziehen, indem man behauptet, dies und das ist nicht in meiner Verantwortung.
Vermeidet: Unstimmigkeit und Doppelarbeit.

Mehr Infos dazu bei Grin.com und in einem Artikel von Forbes.

Benefit:

Optimale Rollen- und Aufgabenverteilung nach Talenten und Fähigkeiten sorgt dafür, dass die verschiedenen Talente im Team optimal eingesetzt werden. Es entbindet davon in allen Bereichen perfekt sein zu müssen. Durch die Konzentration auf einige wenige Dinge sorgt es dafür, dass Aufgaben effektiv und produktiv erledigt werden können indem sich Spezialisten für verschiedene Bereiche ergänzen.

2.2 – Nutzen Sie die Unterschiedlichkeit im Team als Stärke

Wir Menschen unterscheiden uns nicht nur hinsichtlich unserer Talente und Fähigkeiten, sondern ebenso durch unterschiedliche Erfahrung, Sozialisation, Persönlichkeit und Meinungen.

Dazu kommt, dass jeden Menschen eigene Motive treiben und dass jeder von uns gute und schlechte Tage hat.

Das muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein: Stellen Sie sich vor, alle Teammitglieder wären stets der gleichen Meinung, hätten ähnliche Persönlichkeiten und Fähigkeiten. Anfangs bestimmt ganz nett, würden jedoch mit der Zeit neue Impulse abhanden kommen, Fehlentwicklungen unbemerkt bleiben und Innovationen ausbleiben.

Die Lösung:

Stellen Sie heterogene Teams zusammen und sorgen Sie dafür, dass sie sich gegenseitig inspirieren, andere Perspektiven einzunehmen.

Dies beginnt ganz oben bei der Führungskraft: Nehmen Sie sich zurück, erkennen sie andere Meinungen und Sichtweisen an und lassen Sie sich auch mal auf eine Lösung ein, die nicht mit Ihrer bisherigen Denkweise und Erfahrung einhergeht.

Achten Sie bei der Zusammenstellung des Teams auf Heterogenität bezüglich Dauer der Unternehmenszugehörigkeit, Branchenkenntnis, Ausbildung und Persönlichkeit. Allerdings ist, wie schon weiter oben festgestellt Vorsicht geboten: Zu groß oder gar unüberwindbar sollten die Unterschiede nicht ausfallen.

Beachten Sie, dass ein Gruppe verschiedene Phasen der Teamentwicklung durchlaufen muss, um effektiv und produktiv zusammen zu arbeiten.

Das benötigt Zeit, die besonders durch Sie als Führungskraft gestaltet werden muss, indem Sie fortwährend mitteilen und zeigen, dass Sie die Diversität der Meinungen in der Gruppe als Ressource empfinden, die für den Erfolg mitverantwortlich ist.

3 – Ein unterstützender Kontext fördert die Zusammenarbeit

Die dritte Bedingung für erfolgreiche Teamarbeit ist der richtige Kontext. Jedes Team benötigt für die effektive Erledigung von Aufgaben Arbeitsmaterialien, IT, Umgebung, Möglichkeiten zur Weiterbildung, Zugang zu Informationen und ein Normensystem, das gute Leistungen belohnt. Klingt zu schön um wahr zu sein.

Ziemlich sicher werden viele Teams niemals alle dieser Bedingungen zu spüren bekommen. Nichts desto trotz lohnt es sich als Führungskraft schon vor der Arbeitsaufnahme die eigene Zeit in das Festlegen des Arbeitsrahmens zu investieren.

3.1 – Zugang zu Informationen

In unseren Workshops erleben wir oft, wie frustrierend es für motivierte Mitarbeiter ist, die eigenen Aufgaben vorantreiben zu wollen, wenn der Zugang zu wichtigen Informationen fehlt. Diese Infos können sehr vielfältig sein:
Sie können den Rahmen für die eigene Arbeit betreffen:

Wo wird im Unternehmen schon an ähnlichen Themen gearbeitet, gibt es evtl. sogar schon Lösungen dafür. Wie sind die Rahmenbedingungen für die Erledigung der Aufgabe, gibt es Einschränkungen, Entscheidungen dazu oder ist in naher Zukunft eine Entscheidung dazu zu erwarten? Wie weit reichen meine Kompetenzen und welche Entscheidungen darf ich treffen?

Die Umsetzung der Arbeit betreffen: Wo kann ich recherchieren, auf welchem Laufwerk liegen die Ergebnisse meiner Vorgänger, meiner Zuarbeiter, wie funktioniert der Prozess zum Austausch mit der anderen Abteilung.

Eine vollkommen andere Art von Information dreht sich um das Sicherheitsbedürfnis der Mitarbeiter: Wie ist der Projektscope, wie geht es nach Projektende weiter, welche Veränderungen oder Umstrukturierungen stehen in nächster Zeit an und inwiefern sind wir davon betroffen?

Umsetzung:

Binden Sie, soweit möglich, Mitarbeiter in Entscheidungen ein und kommunizieren Sie Ihr Wissen, so weit Sie dürfen.
Teilen Sie mit, dass Sie eine bereits gefallene Entscheidung (noch) nicht kommunizieren dürfen, wenn Sie etwas nicht wissen und wenn Sie darüber informiert sind, dass an anderer Stelle bereits eine Lösung entwickelt wird.

Geben Sie getroffene Entscheidungen so bald wie möglich weiter.
Stellen Sie mit Ihrem Team sicher, dass jeder weiß, wie und wo er Zugang zu Informationen bekommen kann. Dazu gehört auch die Nutzung angemessener Kommunikationstools.

Um zu verdeutlichen, wer was wann und an wen kommunizieren sollte kann es hilfreich sein, innerhalb eines Teams RACI zu implementieren. Mehr Infos zu Raci gibt es hier.

Was Sie davon haben:

Wenn Mitarbeiter Zugang zu den richtigen Informationen haben, steigt die Sicherheit bezüglich der eigenen Aufgaben sowie das Vertrauen in das System und die Vorgesetzten. Geringerer Frust durch ständiges Suchen und Nachfragen äußert sich in höherer Produktivität

3.2 – Arbeitsumgebung

Während Großraumbüros vor allem für regen Austausch und Abstimmung auf dem „kurzen Dienstweg“ sorgen, benötigt kreative Arbeit, z.B. Lösungsfindungen eine andere Atmosphäre. Häufig entstehen neue Ideen und Lösungsalternativen, wenn der Geist entspannt ist und Ressourcen frei werden – unter der Dusche, in der Badewanne, beim Sport oder im Spiel.

Das „Wegarbeiten“ von Aufgaben funktioniert dagegen am besten ungestört, ohne Unterbrechungen und Störungen von außen an ruhigeren Orten.

Umsetzung

Mit diesem Wissen lohnt sich die Überlegung, wie die vorgesehenen Räumlichkeiten für optimale Performance genutzt werden können. Führungskräfte sollten sich nicht zu schade sein, die Frage zu stellen, wie die Räumlichkeiten in Orte gemeinsamer Aktivität, ungestörtes Arbeiten und kreative Freiräume eingeteilt werden können.

Eine tolle Infografik dazu findet sich unter diesem Link.

3.3 – Regelmäßiges Review/Feedback

Obwohl sich Meeting an Meeting reiht, viel besprochen wird, fehlt es doch an einer Möglichkeit, im Tagesgeschäft die Zusammenarbeit stetig zu adjustieren. So stauen sich Themen und Frust an bis zur nächsten Klausurtagung, wo dann alles Tisch kommt. Für konstruktive Lösungen ist es dann meist zu spät.

Was gebraucht wird, ist ein Rahmen, in dem regelmäßig über aktuelle Probleme, Schwierigkeiten aber auch Erfolgsfaktoren besprochen werden können um Lösungen zu finden, bevor diese Probleme zu riesigen Monstern werden.

Umsetzung:

Der Rahmen für solch regelmäßige Reviews muss nicht besonders viel Raum einnehmen und kann zu Beginn von regelmäßigen Meetings gelegt werden. In der Regel ist es vollkommen ausreichend, eine oder mehrere der folgenden Fragen zu stellen:

Was hält uns momentan am meisten vom Projektfortschritt ab?
Was klappt im Moment besonders gut?
Wo können wir uns noch verbessern?

Auch hierfür bietet das Tool polleverywhere.com eine einfache und schnelle Lösung an: Den Brainstorming bzw. Q&A-Modus. Hier können die Aussagen der Teammitglieder durch andere Teammitglieder ein Up- oder Downvoting erhalten, so dass am Ende der Punkt als oberstes steht, der von der Mehrheit als wichtigster betrachtet wird.

Im folgenden wird der am meisten genannte Punkt einer von drei Kategorien zugeordnet und daraus die nächsten Schritte abgeleitet:

Äußerer Umstand: Im Moment nicht zu ändern, aber „nach oben“ zu eskalieren.
Problem kann durch die Führungskraft gelöst/bearbeitet werden
Es muss gemeinsam oder in einer kleinen Gruppe an einer Lösung oder einem Workaround gearbeitet werden.

Ihr Nutzen

Durch den regelmäßigen Rhythmus werden kleine Unstimmigkeiten schon geklärt, bevor sie zu großen werden. Sie erfahren wo der Schuh drückt und welches tatsächlich das größte Hindernis für die Performance ist.

Durch das frühzeitige Bearbeiten kann die Energie danach in die eigentliche Arbeit fließen, statt in Frust und Ärger. So ergibt sich mit der Zeit eine insgesamt gesteigerte Produktivität im Team.

Schaffen Sie es, auf diese Weise regelmäßig Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, wird Ihnen der Dank Ihrer Mitarbeiter gewiss sein: In Form von Offenheit und Vertrauen.

3.4 – Fehlerkultur

Dieser Aspekt unterscheidet gute Teams von den besten. Während der natürliche Impuls ist, Fehler, Missgeschicke usw. zu ignorieren oder zu korrigieren, erfordert es eine Kultur der Wertschätzung von Fehlern, um Sie wirklich als Quell des Fortschritts zu nutzen. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, sind Fehler zwar oft ärgerlich. Wenn wir daraus lernen sind sie doch sehr häufig auch sehr nützlich.

Umsetzung:

Prozess dafür installieren und als Vorbild vorangehen: Mit den Fehler anfangen, die man selbst macht. Wird ein wenig dauern bis es funktioniert, aber je mehr es sich einschleift, desto größer die Gewinne daraus. (Bspw. Für die Planung des nächsten Projekts / für die Jahresplanung / für das Aufsetzen von XY). Unter Umständen lohnt sich auch ein Tool fürs Fehler- reporting.

So profitieren Sie:

Weitere ähnliche Fehler vermeiden: Sowohl bei dem jeweiligen Mitarbeiter als auch bei anderen. Eine Kultur, die Fehler wertschätzt sorgt für ein höheres Sicherheitsempfinden, Risikobereitschaft und somit Innovationspotenzial im Unternehmen. Und nicht zuletzt stehen Zeit und Kostenersparnisse, wenn Fehler nur einmal passieren.

3.5 – Verleihen Sie Ihrem Team eine Stimme

Heterogene Teams zeichnen sich durch unterschiedliche Persönlichkeiten und Fähigkeiten aus, die sich gegenseitig ergänzen. Heterogenität bringt jedoch auch Unterschiedlichkeit in der Fähigkeit sich auszudrücken mit sich. Einige Mitarbeiter sind zurückhaltend, andere eher extrovertiert.

Damit geht einher, dass sich extrovertierte Teammitglieder öfter und prominenter Gehör verschaffen als die Zurückhaltenderen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Extrovertierten stets für die gesamte Mannschaft sprechen, auch wenn dieser Eindruck von Zeit zu Zeit entstehen kann.

So kommt es auch in guten Teams vor, dass ein sehr dringendes Problem berichtet wird, auf das sehr lautstark aufmerksam gemacht wird. Bei genauerem nachfragen wird jedoch klar, dass dieses Problem nur einige wenige haben und daher kein besonderer Handlungsdruck besteht.

Aufgabe der Führungskraft ist es daher, einen repräsentativen Eindruck zu bekommen und diesen im Team zu teilen, um auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen.

Bei der gemeinsamen Problemlösung gilt es, die Zurückhaltenden zu ermuntern , ihre eigenen Ideen und Vorschläge einzubringen. Denn die Zurückhaltung nach außen ist nicht gleichbedeutend mit schlechteren Ideen.

Benefit:

Die Bedürfnisse aller werden gehört und Einzelstimmen verlieren an Gewicht.
Meinungen, Ideen und Stimmung aller kommen ans Licht. So entsteht in klares Bild, das eine solide Grundlage für das weitere Vorgehen bildet, statt eines diffusen Eindrucks.

Umsetzung:

Gut geeignet, um schnell, repräsentativ und anonym an Meinungen, Stimmungen, Probleme oder Ideen zu kommen ist hier auch wieder webbasierte Software „Polleverywhere.com“.

Regelmäßiges Teambuilding

Die Forschungsergebnisse von Beauxchamp et al. zeigen, dass Teambuilding- Interventionen einen positiven Einfluss auf die Teameffektivität. Die Untersuchung der Gruppe widmet sich nicht nur den – häufig zitierten – Effekten zu Gruppenkohäsion, sondern noch weiteren Faktoren, die sich in verbesserter Teamarbeit ausdrücken.

Am effektivsten sind dabei Übungen, die Kommunikations- und Konfliktmanagementfähigkeiten der Mitarbeiter schulen. Bei regelmäßiger Anwendung entsteht zudem ein dauerhafter Effekt. Probleme können besser gelöst werden und die MItarbeiter werden für verschiedenste Situationen sensibilisiert. Einen Überblick finden Sie bei unseren Teambuilding Ideen.

Nutzen Sie geeignete Tools für die Zusammenarbeit

Teams arbeiten nicht notwendigerweise am gleichen Ort, in Rufweite oder sogar in der selben Zeitzone. Unterschiedliche Teamgrößen haben auch unterschiedlichen Anforderungen an Kollaborationstools.

Warum überhaupt Werkzeuge zur Kommunikation einsetzen? Reicht es nicht, dass es E-Mail gibt? Ein definitives Nein ist hier angesagt. Ein wirklich genialer Nutzen von Kollaborationstools ist das Sauberhalten des Email-Eingangs aller Beteiligten. Stichwort: „Weltverteiler“ ;-).

So muss dort weniger Zeit investiert werden. Dazu kommen zahlreiche andere Punkte, wie Live-Zusammenarbeit an Dokumenten, verständliche gemeinsame Ablage zentraler Informationen, visuelle Darstellung des Projektscopes, zentrale Aufgabenverteilung und viele weitere.

Ob SharePoint, Slack, Google Drive oder, oder, oder.
Welche am besten für Ihr Team geeignet sind, müssen Sie leider selbst herausfinden.

Dabei kommt dem Spruch: „Weniger ist mehr“ besondere Bedeutung zu. Nur ein bis zwei Tools zu haben, die die meisten Bedürfnisse abdecken, kann viel Ärger ersparen.

Eine recht gute Übersicht dazu gibts hier

4 – Evaluieren Sie Ihr Team

Kurz vor Ende kommen wir wieder bei Prof. Hackman an! Woher die Weisheit nehmen, ob das Team sich entwickelt und die Steine, die man ins Rollen gebracht hat, die richtigen sind?
Pro. Hackman schlägt eine Evaluation anhand folgender Kriterien vor:

  • Output
  • Fähigkeit zur Kooperation und
  • Die individuelle Entwicklung der Teammitglieder.

5 – Weitere Ideen

Die weiteren Punkte haben wir aufgrund unserer Erfahrung in der Arbeit mit einer Menge unterschiedlicher Teams und unseren subjektiven Beobachtungen gesammelt und zusammengefasst.

5.1 – Behalten Sie die Intensität unter Kontrolle

Obwohl das Wort Resilienz gerade in aller Munde ist, bedeutet das nicht, sich immun gegen alle möglichen Belastungen zu machen.

Menschen sind keine Maschinen: Dauerhaft an der Belastungsgrenze zu arbeiten führt zu Erschöpfung und irgendwann zum Leistungseinbruch. Dazu benötigt unser Gehirn zur kreativen Problemlösung einen entspannten Zustand.

Legen Sie daher auch Wert auf Phasen, in denen die Belastung geringer ist. So schön es ist, mit hohem Tempo voran zu kommen, so schnell kann man seine Mitarbeiter dabei „verbrennen“: Genau wie der Marathonläufer seine 42,195 km nicht im Sprinttempo absolvieren kann, können Ihre Mitarbeiter auch nicht jeden Tag Vollgas geben. Irgendwann ist man erschöpft und die Leistungsfähigkeit sinkt.

Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Mitarbeiter nicht jeden Tag unter Vollast laufen müssen und die Möglichkeit besteht, trotz allem Stress auf sich acht zum geben.

Umsetzung:

Hier ein Link zu einem tollen und umfangreichen Beitrag zu diesem Thema von Snacknation, allerdings auf Englisch.

Das haben Sie davon:
Bei einem gesunden Wechsel aus An- und Entspannung bleibt die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter erhalten. Als Folge davon werden sich
geringere Krankmeldungen, geringere Fluktuation und höhere Loyalität zum Arbeitgeber einstellen.

5.2 Offenes Ansprechen von Konflikten

Verschleppte oder schwelende Konflikte, kosten Energie und stauen sich auf und, wie bei der klassischen Metapher vom Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt, brechen sie irgendwann aus wie ein Vulkan. Das ganze dann schnell wieder unter Kontrolle zu bringen, erfordert Heldenmut, Ausdauer und kostet einige Energie, Zeit und Ressourcen.

Etablieren Sie daher eine Kultur, in der es erlaubt ist, Kritik zu äußern. Und wie immer ist der Chef der erste in der Reihe. Nicht beim äußern, sondern beim annehmen 😉

5.3 Erfolge gemeinsam feiern

Im hektischen Unternehmensalltag sind immer alle getrieben: Vom nächsten Ziel, dem neuen Projekt, dem nächsten Termin. Meist weiß man schon vor dem Ende eins Projektes, wo es als nächstes hingeht.

Und ist mit dem Kopf schon dort. Statt einfach immer weiter zu machen, zeigen Sie Ihren Mitarbeitern Ihre Wertschätzung, indem Sie gemeinsam Feiern.

Die werden es Ihnen ziemlich sicher danken!

5.4 Beobachten Sie, was im Team vor sich geht

Kennen Sie die Geschichte von den beiden Männern mit der stumpfen Säge, die sich nicht die Zeit nehmen, ihre Säge zu schärfen, weil sie noch so viele Bäume zersägen müssen?

Was passiert, wohl, wenn die beiden so weiter machen? Richtig. Irgendwann werden sie vor Erschöpfung nicht mehr können. Und das alles, weil Sie sich nicht die paar Minuten genommen haben, die ihnen die Arbeit immens erleichtern würden.

Ähnlich kann es in Teams sein. Alle stehen unter Druck, geben Vollgas und keiner achtet darauf, ob mit stumpfen oder scharfen Waffen gekämpft wird.

Umsetzung:

Beobachten Sie Ihr Team jeden Tag ein paar Minuten und konzentrieren Sie sich darauf, wie angespannt das Team wirkt: Sind alle gut drauf oder stehen alle unter großem Druck? Wird darauf geachtet, dass alle eine erträgliche Arbeitsbelastung haben oder

Stellen Sie fest, dass die Hektik zunimmt, der Ton rauher wird und die Mitarbeiter dünnhäutiger, ist der Zeitpunkt für eine Auszeit gekommen. Ja, Sie haben richtig gehört, eine Auszeit.

Das soll nicht bedeuten, dass von nun an alle zu Hause bleiben, sondern dass Sie als Team zusammen kommen, sich in die Augen schauen und sich ein paar Fragen stellen:

  • Arbeiten wir noch zielgerichtet?
  • Wie läuft unsere Zusammenarbeit aktuell?
  • Kennen alle das Ziel?
  • Arbeiten wir nur noch an der Aufgabe?
  • Berücksichtigen wir die Zusammenarbeit im Team und die individuelle Belastung ausreichend?
  • Sehen wir vor lauter Arbeit nur noch den Boden vor uns oder hebt auch mal jemand den Kopf und sieht aus einer anderem Blickwinkel auf unser Treiben?

Diese und weitere Fragen können dabei helfen, die Dinge zu sortieren, Aufgaben neu zu verteilen, zu Priorisieren und die ein oder andere Aufgabe an der man sich verrannt hat, anders anzugehen.

Dabei ist es höchst verlockend, sich zu wenig Zeit für solch ein Meeting zu nehmen und das ganze nur halbherzig durchzuziehen, um möglichst schnell wieder an die Arbeit zu kommen, genau wie die beiden Männer mit der stumpfen Säge. Davon ist natürlich abzuraten.

Benefit:

Sie erhalten die Leistungsfähigkeit Ihres Teams und Ihrer Mitarbeiter.

Zusammenfassung

Sie haben es geschafft! Sie haben sich durch 4000 Wörter gewühlt und hoffentlich die ein oder andere Erkenntnis in Sachen Teamarbeit für Ihre Herangehensweise an das Thema mitgenommen. Sollten Sie weitere Informationen benötigen, Fragen haben oder zusätzliche Aspekte auf Lager, schreiben Sie doch einfach einen Kommentar! Sollten Sie Unterstützung bei Ihrer Teamentwicklung benötigen, stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung!

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